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Interview Alexander Schulz

Interview mit unserem Athleten Alexander Schulz:

1. Wie bist du zu deiner Leidenschaft für das Slacklinen gekommen?

Ich habe das Slacklinen vor 13 Jahren zum ersten Mal ausprobiert, weil ich eine geschenkt bekommen habe. Es hat mich sofort gepackt, weil ich das Gefühl mag, mich zu überwinden. Es ist eine große Herausforderung, da man oft stürzt und es schwer ist, nicht aufzugeben und an die eigenen Fähigkeiten zu glauben. Nachdem ich zwei Jahre lang nur auf einer 20m Gartenline unterwegs war, habe ich mir eine längere Slackline gekauft, meine Leinen auch höher gehängt und bin voll in die Slackline-Welt eingetaucht.

 

2. Woran denkst du, wenn du so hoch oben bist?

Manchmal fühle ich mich bei den ersten Schritten noch angespannt. Dann versuche ich, in dem Moment da zu sein und mir die Bewegungen/Reaktionen vorzustellen, die ich machen muss, um die Kontrolle zu behalten. Erst nach einer vollständigen Überquerung und vielleicht einem Sturz in mein Sicherungsseil kann ich mich völlig entspannen. Sobald das passiert, denke ich entweder darüber nach, welchen Trick ich als nächstes machen möchte, oder ich genieße bewusst den Moment da draußen und fühle mich frei wie ein Vogel.

 

3. Gibt es ein bestimmtes Training, dem du folgst?
Ich versuche, mich gesund zu ernähren. Ich trainiere spezifisch für Weltrekorde und Projekte auf Slacklines, die viel wiegen und dadurch schwer zu kontrollieren sind. Generell halte ich mich mit anderen Sportarten fit: Rennradfahren für die Ausdauer, Klettern für die Ganzkörperkraft und Yoga für das Bewusstsein meines Körpers und vor allem meines Geistes, denn der mentale Aspekt ist beim Slacklinen der entscheidende Faktor. Man muss in der Lage sein, sich selbst zu beruhigen.

4. Was sagst du dir, bevor du den ersten Schritt auf der Slackline machst?
Atmen. Entspanne dich. Du kannst das eh!

5. Was war deine größte Errungenschaft?
Die härteste Slackline, die ich je durchgelaufen bin, war der urbane Highline-Weltrekord in Mexiko-Stadt (220 Meter lang). Neben den physischen Herausforderungen (ich konnte die weiße Slackline vor dem grauen Hintergrund des Torre Reforma kaum sehen und die Höhe von 240 Metern über der Hauptstraße erschwerte die Orientierung zusätzlich) war es vor allem der Druck der großen Öffentlichkeit (hunderte Kameras und einem Hubschrauber, der alles LIVE übertrug), der mich immer wieder stürzen ließ. Erst nachdem ich mir gesagt habe, dass es OK ist zu scheitern, konnte ich mein volles Potential ausschöpfen und den ganzen Weg in einem Rutsch schaffen.

6. Was war dein Lieblingsort zum Slacklinen?
Der aufregendste Ort, an dem ich je geslacklined habe, war neben einem aktiven Vulkan in Vanuatu. Vanuatu ist ein Archipel im Südpazifik. Ich sah die Lava nur 100 Meter neben mir in die Luft schießen und spürte von den Explosionen - manchmal warfen mich die Schockwellen sogar von der Line. Mehr über diese einzigartige Erfahrung kann man auf unserer Webseite www.oneinchdreams.de/lavaline sehen & lesen.

7. Würdest du dich als Adrenalinjunkie bezeichnen?
Nein. Ich spüre zwar manchmal Adrenalin, aber ich kann es nur genießen, wenn meine Logik mir sagt, dass ich objektiv sicher bin. Was ich am meisten mag, sind die Momente der inneren Ruhe & Gelassenheit, die auftreten, wenn ich in die "Zen-Zone" komme. Das Gehen über eine wirklich lange Slackline ist für mich wie eine tiefe Meditation.

8. Was ist deine nächste Herausforderung? Wie wählst du sie aus?
Mein Team One Inch Dreams und ich haben viele Ideen. Generell schauen wir uns wunderschöne Orte auf der Welt an, die nach einer Verbindung rufen. Ich würde zum Beispiel unglaublich gern eine richtig lange Line an den drei Zinnen spannen. Oder eine Highline über den Canyon de Sumidero in Chiapas laufen, der zu Recht auch Grand Canyon von Mexiko genannt wird.

9. Wer ist deine größte Inspiration?
Mahatma Ghandi. Ich kann immer noch viel von seiner Lebensart und -weisheit lernen.

10. Wie würdest du dich mit einem Wort beschreiben?
Authentisch

 

@AlexanderSchulzSlackliner

@OneInchDreams

Pics by: @Johannes-Olszewski

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